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easyJet Handgepäck 2026: Maße, 15 Kilo und die 70-Euro-Gebühr am Gate

easyJets kostenlose Tasche ist die großzügigste im Billigflieger-Feld – und genau deshalb übersehen viele die Regel, die sich verschoben hat: Ein Sitzplatz Up Front oder mit extra Beinfreiheit bringt dir laut easyJets eigener Tabelle kein zweites Gepäckstück mehr.

Sophie Bauer
Sophie Bauer
17. September 2026
Reisetasche auf einem Rollkoffer mit ausgezogenem Teleskopgriff in einer Flughafenhalle
Foto: mingche lee / Pexels

Wer von Ryanair zu easyJet wechselt, macht am Gate zuerst eine angenehme Erfahrung: Die Tasche, die eben noch mit Mühe durch den Ryanair-Rahmen gepresst werden musste, verschwindet bei easyJet mühelos unter dem Vordersitz. Das kostenlose Handgepäckstück misst hier 45 × 36 × 20 Zentimeter und darf bis zu 15 Kilogramm wiegen – eine Gewichtsangabe, die sonst kein Billigflieger in dieser Großzügigkeit nennt.

Genau diese Großzügigkeit ist der Grund, warum die zweite Hälfte von easyJets System so viele überrascht. Sie heißt großes Handgepäckstück, misst 56 × 45 × 25 Zentimeter und ist in keinem Standardtarif enthalten. Und der Weg dorthin, den viele Ratgeber noch beschreiben – einfach einen Sitzplatz Up Front oder mit extra Beinfreiheit dazubuchen –, führt laut easyJets eigener Handgepäcktabelle inzwischen nicht mehr ans Ziel. Im Vergleich der Handgepäck-Maße aller großen Airlines steht easyJet als großzügigste Zeile der Tabelle; dieser Text erklärt, was diese Zeile verschweigt.

Das kostenlose Handgepäckstück: 45 × 36 × 20 Zentimeter, bis zu 15 Kilo

easyJet formuliert die Regel auf seiner deutschen Gepäckseite kurz und ohne Hintertür: Jeder Fluggast darf kostenlos ein kleines Handgepäckstück mitnehmen, maximal 45 × 36 × 20 Zentimeter „einschließlich Griffe und Räder“, und es muss unter dem Vordersitz aufbewahrt werden. Das Gewicht darf bis zu 15 Kilogramm betragen, mit einer einzigen Nebenbedingung: Du musst das Stück selbst heben und tragen können.

Rechne das kurz gegen die Konkurrenz. 45 × 36 × 20 Zentimeter sind rund 32 Liter Volumen. Ryanairs kostenlose Tasche mit 40 × 30 × 20 Zentimetern kommt auf 24 Liter – easyJets Freigepäck ist also rund ein Drittel größer, und das ohne jede Zubuchung. Praktisch heißt das: Ein kompakter Kabinentrolley, der bei Ryanair in der kostenlosen Kategorie chancenlos ist, geht bei easyJet durch, solange er die 20 Zentimeter Tiefe nicht überschreitet. easyJet nennt als Beispiele ausdrücklich einen kleinen Trolley, eine Handtasche, einen Rucksack und eine Laptoptasche.

Die 15 Kilogramm sind die zweite Auffälligkeit. Ryanair nennt für sein kostenloses Stück überhaupt kein Gewichtslimit, Condor rechnet acht Kilo für Koffer und Tasche zusammen, Lufthansa acht Kilo für den Kabinenkoffer. easyJet nennt eine Zahl, und die ist beinahe doppelt so hoch wie das, was sonst üblich ist. Für ein Wochenende reicht das dicke – wenn du nur wissen willst, wofür du überhaupt packst, hilft ein Blick darauf, was ein Tag zwischen Römer, Zeil und Museumsufer tatsächlich verlangt: festes Schuhwerk, eine Regenjacke, sonst wenig.

easyJet bietet in seiner App ein Werkzeug zur Größenbestimmung an, mit dem du dein Gepäckstück per Handykamera vermessen kannst – allerdings nur unter iOS. Die Airline schreibt dazu selbst, das Tool solle „nur als Anhaltspunkt dienen“ und der beste Weg sei nach wie vor das Maßband. Halte dich daran: Gemessen wird am Flughafen mit einem Gepäckrahmen, und der misst die Tasche so, wie sie gepackt vor ihm steht.

Das große Handgepäckstück: 56 × 45 × 25 – und der Sitzplatz zählt nicht mehr

Das zweite Gepäckstück ist bei easyJet ein eigenes, kostenpflichtiges Produkt. Es darf maximal 56 × 45 × 25 Zentimeter messen, wieder einschließlich aller Griffe und Rollen, muss in ein Gepäckfach über dem Sitz passen und darf ebenfalls bis zu 15 Kilogramm wiegen. Wer es bucht, bekommt automatisch Speedy Boarding dazu.

Auch hier lohnt die Volumenrechnung: 56 × 45 × 25 sind 63 Liter. Ryanairs Priority-Tasche mit 55 × 40 × 20 kommt auf 44 Liter, Condor und Lufthansa liegen mit 55 × 40 × 23 bei knapp 51 Litern. easyJets großes Handgepäckstück ist damit das größte Kabinengepäckstück im Feld der hier verglichenen Airlines – deutlich tiefer als alles, was sonst in die Fächer darf. Wer einen 25 Zentimeter tiefen Hartschalenkoffer besitzt, sollte wissen, dass er bei easyJet passt und bei fast allen anderen nicht.

Und jetzt der Punkt, an dem die meisten Ratgeber veraltet sind. easyJets Handgepäcktabelle listet fünf Konstellationen, und sie sagt für das große Handgepäckstück Folgendes (Stand 2026):

Gebuchter Sitzplatz / gebuchtes GepäckKleines HandgepäckstückGroßes Handgepäckstück
Keine Sitzplatzauswahljanein
Standardsitzplatzjanein
Sitzplatz Up Front oder Extra Legroomjanein
Großes Handgepäckstück zur Buchung hinzugefügtjaja
Inclusive Plusjaja
easyJet Plusjaja

Die dritte Zeile ist die, die zählt. Ein bezahlter Sitzplatz in den vorderen Reihen oder mit extra Beinfreiheit berechtigt dich laut dieser Tabelle nicht mehr zum großen Handgepäckstück. easyJet schreibt das an anderer Stelle sogar noch ausdrücklich für den Sonderfall hin: Wer beim Check-in automatisch einen Sitzplatz Up Front oder Extra Legroom zugewiesen bekommt, darf trotzdem nur das kleine Stück unter dem Sitz mitnehmen.

Mehr als zwei Handgepäckstücke pro Person gibt es bei easyJet ohnehin nicht – ein kleines für alle, ein großes für die, bei denen es im Tarif, in der Mitgliedschaft oder in der Zubuchung steckt.

Die drei Wege zum zweiten Gepäckstück

Es gibt genau drei Möglichkeiten, das große Handgepäckstück legal an Bord zu bekommen, und sie unterscheiden sich stark im Preis und in der Verlässlichkeit.

Erstens: einzeln dazubuchen. Das geht bei der Buchung, später über „Buchungen verwalten“ oder in der App – laut easyJet sogar dann noch, wenn du bereits eingecheckt hast. Einen Festpreis nennt die Airline nicht: Die Gebühren variieren je nach Nachfrage, Strecke, Flugdatum und Buchungszeitpunkt, den genauen Betrag siehst du erst beim Kauf. easyJet weist zusätzlich darauf hin, dass Optionen für großes Handgepäck nicht auf jedem Flug verfügbar sind, und empfiehlt deshalb, gleich bei der Buchung zuzugreifen. Wer erst am Flughafen zubucht, zahlt einen Festbetrag – und zwar den unten beschriebenen.

Zweitens: easyJet Plus. Die kostenpflichtige Mitgliedschaft enthält ein großes Handgepäckstück zusätzlich zum kleinen, dazu die freie Sitzplatzwahl im gesamten Flugzeug, eine eigene Gepäckabgabe, Fast Track an ausgewählten Flughäfen und Speedy Boarding. Wichtig ist der Ablauf: Du musst das große Handgepäckstück trotzdem aktiv zur Buchung hinzufügen und an der Kasse deine Mitgliedsnummer eingeben, damit es kostenlos gebucht wird. Tust du das nicht, gilt dein großes Handgepäckstück nur „vorbehaltlich des verfügbaren Platzes“ – ist die Kabine voll, wandert es kostenlos in den Frachtraum. easyJet beziffert den Nutzen der Mitgliedschaft auf seiner Vorteilsseite mit Leistungen im Wert von bis zu 401,88 £ bei sechs Einzelflügen im Jahr (Stand Juni 2026); den Jahresbeitrag nennt die Seite nicht, der erscheint erst im Anmeldevorgang.

Drittens: der Inclusive-Plus-Tarif, der früher FLEXI hieß. Er enthält beide Handgepäckstücke, einen kostenlosen Sitzplatz in den vorderen Reihen (oder ein vergünstigtes Upgrade auf extra Beinfreiheit), Fast Track Security an 45 Flughäfen, Lounge-Zugang bis zu drei Stunden vor Abflug und gebührenfreie Routenänderungen innerhalb eines Tages vor oder nach dem ursprünglichen Datum. Der Haken: Inclusive-Plus-Tarife sind pro Flug kontingentiert, laufen über Reisebüropartner und lassen sich nur innerhalb von drei Monaten vor Reiseantritt kaufen. easyJet weist außerdem darauf hin, dass beide Namen – FLEXI und Inclusive Plus – während der Umstellung eine Zeit lang parallel auftauchen können.

Am Rande erwähnt easyJet in der Liste der Speedy-Boarding-Berechtigten noch einen Smart+-Tarif, beschreibt ihn auf derselben Tarifseite aber nicht weiter. Verlass dich deshalb nicht auf den Tarifnamen, sondern auf die Gepäckangaben in deiner konkreten Buchung.

Der strukturelle Unterschied zu Ryanairs Priority-Modell liegt in der Reihenfolge: Bei Ryanair kaufst du ein Boarding-Produkt, dem eine zweite Tasche beiliegt. Bei easyJet kaufst du eine Tasche, der Speedy Boarding beiliegt. Das Ergebnis am Gate ähnelt sich, die Preisvergleiche nicht – bei easyJet steht auf der Rechnung ein Gepäckstück, bei Ryanair eine Boarding-Reihenfolge.

15 Kilo pro Stück, nicht für beide zusammen

Bei der Gewichtsfrage macht easyJet etwas, das im Billigflieger-Segment selten ist: Beide Kabinengepäckstücke dürfen jeweils bis zu 15 Kilogramm wiegen. Nicht zusammen, sondern einzeln. Wer beide Stücke dabeihat, darf also bis zu 30 Kilogramm in die Kabine tragen.

Zum Vergleich: Condor rechnet in der Economy acht Kilo für Trolley und Tasche gemeinsam, Ryanair erlaubt für die Priority-Tasche zehn Kilo. easyJets Werte liegen um ein Vielfaches darüber. Die eigentliche Grenze ist deshalb keine Zahl, sondern ein Satz, den easyJet bei beiden Gepäckstücken wiederholt: Du musst das Stück selbst heben und tragen können. Ein 15 Kilogramm schwerer Kabinenkoffer, den du nicht allein in die Gepäckablage bekommst, ist ein Problem, auch wenn er formal zulässig ist.

Daraus folgt eine Rechnung, die sich bei easyJet öfter lohnt als bei anderen Airlines: Zwei Kabinengepäckstücke mit zusammen bis zu 30 Kilogramm schlagen ein aufgegebenes Standardgepäckstück mit 23 Kilogramm deutlich – und du wartest nach der Landung an keinem Band. Für einen Strandurlaub mit Schnorchelzeug und Wanderschuhen kann das den Koffer im Frachtraum komplett ersetzen. Wer so reist, sollte den Zeitgewinn allerdings nicht an der Transferschlange wieder verlieren: Was die Fahrt vom Flughafen Palma zu den Buchten und Hotelzonen tatsächlich kostet, entscheidet auf Mallorca oft mehr über den Reisetag als die Gepäckfrage.

70 Euro am Boarding-Gate: die Zahl, die easyJet selbst veröffentlicht

Anders als Ryanair, das für seine Gate-Gebühr keinen offiziellen Festpreis nennt, schreibt easyJet den Betrag in die eigene Gebührentabelle. Für das große Handgepäckstück steht dort unter „Flughafen“ eine einzige Zahl: 70 € – am Boarding-Gate (Stand 2026).

Ausgelöst wird sie auf zwei Wegen. Entweder ist dein Handgepäck größer als die zulässigen Maße, oder du erscheinst mit einem großen Handgepäckstück am Gate, ohne eines gebucht zu haben. In beiden Fällen kann das Stück nicht in der Kabine befördert werden; es geht in den Frachtraum, und die Gebühr fällt an. Ein Ermessensspielraum ist in easyJets Formulierung nicht vorgesehen.

Dieselben 70 Euro verlangt easyJet am Gepäckabgabeschalter für jedes Aufgabegepäckstück bis 23 Kilogramm, das nicht im Voraus gekauft wurde. Hier lohnt ein genauer Blick, denn easyJet widerspricht sich zwischen zwei eigenen Seiten: Die deutsche Aufgabegepäck-Hilfeseite nennt „bis zu 65 € pro Gepäckstück“, die Gebührentabelle 70 €. Verlass dich im Zweifel auf die Gebührentabelle – sie ist die Seite, auf die easyJet in seinen Gepäcktexten selbst verweist, und sie nennt den höheren Wert.

Der praktische Unterschied zu Ryanair ist nicht die Höhe, sondern die Planbarkeit: Bei easyJet kannst du vorab ausrechnen, was ein Fehler kostet. Wenn das Onlineangebot für das große Handgepäckstück unter 70 Euro liegt – und das tut es fast immer –, ist die Rechnung entschieden, bevor du zum Flughafen fährst.

Zwei Preislisten, zwei Währungen: lies die richtige

Hier liegt die Falle, die easyJet von fast jeder anderen Airline unterscheidet. easyJet pflegt pro Sprachversion eine eigene Gebührentabelle. Die deutsche Seite nennt Euro-Beträge, die englische Pfund-Beträge, und beide stehen dort als eigenständige Zahlen, nicht als Umrechnung voneinander. Nebeneinandergelegt sieht das so aus (Stand 2026):

PositionDeutsche TabelleEnglische Tabelle
Großes Handgepäckstück am Gate70 €60 £
Aufgabegepäck am Schalter70 €60 £
Zusätzliches Gewicht online, je 3 kgbis zu 18 €bis zu 15 £
Übergewicht am Flughafen, je Kilo15 €12 £
Kleines Sportgerät online / Flughafen52 € / 62 €45 £ / 52 £
Großes Sportgerät online / Flughafen64 € / 72 €55 £ / 60 £
Gebühr für Kleinkinder je Flug31 €25 £
Rettungsgebühr am Flughafen129 €110 £

Für einen Abflug in Deutschland gilt die linke Spalte. Rechne keinen der rechten Werte um – die Stufen entsprechen einander nicht sauber, und wer eine britische Quelle liest und in Euro umrechnet, landet zuverlässig neben dem Betrag, der tatsächlich abgebucht wird.

Dass diese Trennung selbst bei easyJet nicht sauber durchgehalten wird, lässt sich auf der deutschen Gebührenseite nachsehen: Der dortige Hinweis „Weitere Informationen zum Handgepäck hier“ verlinkt auf die englische Handgepäckseite. Wer dem Link folgt, steht plötzlich in der Pfund-Welt, ohne dass es ihm jemand sagt. Das ist auch der Grund, warum Drittanbieter-Gepäckvergleiche bei easyJet so häufig danebenliegen – sie mischen die beiden Listen.

Aufgabegepäck: fünf Stufen und die Drei-Kilo-Schritte

Wenn das Kabinengepäck nicht reicht, verkauft easyJet Aufgabegepäck in fünf Gewichtsstufen: 15, 23, 26, 29 oder 32 Kilogramm. Jeder Reisende, einschließlich Kindern und Kleinkindern, kann bis zu drei Gepäckstücke kaufen. Das Standardgepäckstück wiegt 23 Kilogramm, das absolute Maximum liegt bei 32 Kilogramm pro Stück; die Gesamtgröße aus Länge plus Breite plus Höhe muss unter 275 Zentimetern bleiben.

Der klügste Mechanismus im ganzen Feld ist die Feinabstufung: Zusätzliches Gewicht lässt sich online in Schritten von je drei Kilogramm kaufen, für bis zu 18 Euro je Schritt. Zu einem gebuchten 15-Kilo-Stück kannst du nachträglich auf bis zu 27 Kilogramm aufstocken. Das Gesamtgewicht darf zwischen den gebuchten Gepäckstücken aufgeteilt werden, solange kein einzelnes Stück über 32 Kilogramm liegt.

Warum das relevant ist, zeigt die Gegenrechnung am Schalter. Übergewicht kostet dort 15 Euro pro Kilogramm, pro Gepäckstück, pro Flug. Ein 23-Kilo-Koffer, der mit 26 Kilogramm auf die Waage kommt, kostet also 45 Euro – für dieselben drei Kilo, die online bis zu 18 Euro gekostet hätten. Drei Kilo sind schnell beisammen: ein Paar Schuhe und zwei Flaschen Wein reichen. Wie sich das in die Übergepäckpraxis anderer Airlines einordnet, steht unter Übergepäck: was zu viel Gewicht kostet.

Kinderwagen, Babytasche und Smart Luggage

Ein paar Sonderfälle regelt easyJet konkret genug, dass sich das Nachlesen lohnt.

Reist ein Kleinkind auf deinem Schoß, ist zusätzlich eine Babytasche bis 45 × 36 × 20 Zentimeter erlaubt, die unter den Vordersitz muss. Hat das Kleinkind einen eigenen Sitzplatz, darf es ein Handgepäckstück plus Babytasche mitnehmen; für Kinder über zwei Jahre gilt dieselbe Freimenge wie für Erwachsene. Die Gebühr für ein Kleinkind auf dem Schoß beträgt 31 Euro pro Flug (Stand 2026).

Zusätzlich darfst du pro Kind bis zu zwei Gegenstände aus einer festen Liste mitführen: Reisebett, Kinderwagen, Doppel-Kinderwagen, Buggy, Autositz, einklappbarer oder nicht einklappbarer Kinderwagen, Sitzerhöhung oder Baby-Rückentrage. Abgegeben wird das an der Gepäckabgabe vor der Sicherheitskontrolle – oder, wenn du den Buggy bis zum Gate brauchst, direkt dort, bevor es ins Flugzeug geht.

Smart Luggage, also Gepäck mit eingebautem Lithium-Akku oder Powerbank, nimmt easyJet nur mit, wenn sich der Akku abklemmen und entnehmen lässt. In der Kabine darf er nach dem Abklemmen im Gepäckstück bleiben; soll das Stück in den Frachtraum, muss der Akku an der Gepäckabgabe heraus und mit in die Kabine, freiliegende Anschlüsse werden abgeklebt. Wer den Akku nicht entnehmen kann, wird das Gepäckstück nicht los.

Und schließlich die Gegenstände, die gar nicht gegen die Freimenge zählen: Regenschirm, Mantel, Krücken, Spazierstock und eine Standard-Einkaufstasche mit Waren, die du am Flughafen gekauft hast.

Vor dem Flughafen entscheiden, nicht am Gate

easyJet ist in Deutschland vor allem eine Berliner Angelegenheit: Am BER war die Airline 2025 mit rund 4,2 Millionen Passagieren die zweitgrößte, direkt hinter Ryanair. Wer dort abfliegt, trifft also auf ein Terminal, in dem easyJets Regeln Routine sind und die Kontrolle vor dem Boarding entsprechend eingespielt läuft.

Wer mit dem Auto anreist, hat den letzten bequemen Moment zum Umpacken im Parkhaus – Jacke anziehen, das schwere Buch in die Manteltasche, die Wasserflasche raus. Welches Parkhaus am BER bei welcher Aufenthaltsdauer wirklich günstiger ist, entscheidet sich bei einer Woche anders als bei zwei Nächten. Und wer ohne Auto kommt und wissen will, ob sich die Anfahrt per Taxi überhaupt rechnet, findet für die großen deutschen Flughäfen eine Übersicht der ungefähren Taxikosten ab Terminal.

Unterm Strich ist easyJets Handgepäcksystem eines der freundlichsten im Billigflug-Segment und gleichzeitig eines der am häufigsten falsch wiedergegebenen. Freundlich, weil das kostenlose Stück größer ist als bei jedem direkten Wettbewerber und die 15-Kilo-Grenze pro Stück großzügiger als alles, was Lufthansa, Condor oder Ryanair erlauben. Falsch wiedergegeben, weil zwei Preislisten nebeneinander existieren und weil der alte Weg über den besseren Sitzplatz in der aktuellen Tabelle nicht mehr steht. Wer das große Handgepäckstück braucht, bucht es als das, was es ist – ein Gepäckstück, nicht ein Sitzplatz –, und zwar bevor er zum Flughafen fährt. Danach kostet es 70 Euro und einen unangenehmen Moment vor den Augen der wartenden Schlange.

#easyjet#handgepäck#kabinengepäck#easyjet plus#inclusive plus#gate-gebühr

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