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Powerbank im Flugzeug 2026: Handgepäck, Wattstunden und wer die Nutzung an Bord verbietet

Bis 2025 war die Powerbank eine Frage des Packens. Seit 2026 ist sie eine Frage des Verhaltens an Bord: Die ICAO hat das Aufladen im Flug verboten, und viele Airlines untersagen inzwischen auch, damit das Handy zu laden. Die Regeln unterscheiden sich von Airline zu Airline deutlicher als je zuvor.

Sophie Bauer
Sophie Bauer
25. September 2026
Smartphone, das per Kabel an einer schwarzen Powerbank auf einem Holztisch lädt
Foto: Towfiqu barbhuiya / Pexels

Wer 2024 mit einer Powerbank geflogen ist, musste sich genau eine Regel merken: nicht in den Koffer. Wer 2026 fliegt, braucht drei weitere, und die hängen davon ab, bei welcher Airline das Ticket gebucht ist. Darf die Powerbank ins Gepäckfach über dem Sitz? Darf ich damit während des Flugs das Handy laden? Und wie viele darf ich überhaupt dabeihaben? Auf diese drei Fragen geben Lufthansa, Ryanair und Wizz Air im Herbst 2026 drei verschiedene Antworten.

Die allgemeinen Akku-Regeln für elektrische Kleingeräte mit fest eingebautem Akku – Zahnbürste, Rasierer, Kopfhörer – stehen im Text zur elektrischen Zahnbürste im Flugzeug. Hier geht es ausschließlich um die Powerbank, also den losen Akku, dessen einziger Zweck es ist, andere Geräte mit Strom zu versorgen. Genau diese Gerätegattung haben die Regelgeber 2026 aus der Masse der Ersatzakkus herausgelöst.

Die feste Basis: Handgepäck, niemals Koffer

Daran hat sich nichts geändert, und daran wird sich nichts ändern: Powerbanks gehören ausschließlich ins Handgepäck oder an den Körper, nie ins aufgegebene Gepäck. Das gilt bei jeder Airline und unabhängig von der Kapazität. Der Grund ist die Branderkennung: Ein Akku, der in der Kabine zu qualmen beginnt, wird bemerkt und von der Crew bekämpft; im Frachtraum bleibt er unbemerkt, bis es zu spät ist.

Wird eine Powerbank beim Röntgen des Koffers entdeckt, wird das Gepäckstück aus dem System gezogen und geöffnet. Im besten Fall wartest du am Schalter, im schlechteren fliegt der Koffer ohne dich oder du ohne Koffer. Dazu kommt die Pflicht zum Kurzschlussschutz: Originalverpackung, abgeklebte Kontakte oder ein eigener Beutel pro Powerbank. Eine Powerbank, die lose mit Schlüsselbund und Münzen in der Jackentasche steckt, erfüllt diese Anforderung nicht.

100 Wh, 160 Wh – und wie du die Zahl auf dem Gehäuse findest

Die Grenzen werden in Wattstunden (Wh) gemessen, auf der Powerbank steht aber meist Milliamperestunden (mAh). Die Umrechnung liefert Lufthansa auf der eigenen Batterieseite gleich mit: Wattstunden = Milliamperestunden × Spannung ÷ 1000. Bei der üblichen Zellspannung von 3,7 Volt sieht das so aus:

AufdruckWattstunden bei 3,7 VEinordnung
10.000 mAh37 Whunproblematisch
20.000 mAh74 Whunproblematisch
26.800 mAhrund 99 Whknapp unter der Grenze
30.000 mAhrund 111 Whüber 100 Wh – bei vielen Airlines schon verboten

Nach den internationalen Gefahrgutregeln der ICAO gilt: bis 100 Wh ohne Genehmigung, über 100 bis 160 Wh nur mit Zustimmung der Airline, über 160 Wh gar nicht. Das ist aber nur der Rahmen. Einzelne Airlines ziehen die Grenze enger, wie die Tabelle weiter unten zeigt. Und eine Regel, die Wizz Air ausdrücklich nennt, gilt praktisch überall: Powerbanks ohne erkennbare Wh-Angabe, bei denen sich der Wert auch nicht aus Volt und mAh berechnen lässt, sind verboten.

Was sich am 27. März 2026 geändert hat

An diesem Tag trat ein Nachtrag zu den Technischen Anweisungen der ICAO in Kraft, dem Regelwerk für Gefahrgut im Luftverkehr. Er behandelt Powerbanks erstmals getrennt von gewöhnlichen Ersatzakkus und legt für den persönlichen Gebrauch fest:

  • höchstens zwei Powerbanks pro Person, unabhängig von der Kapazität;
  • kein Aufladen der Powerbank an Bord – weder an der Sitzsteckdose noch über eine andere Powerbank;
  • als Empfehlung: die Powerbank an Bord nicht zum Laden anderer Geräte verwenden.

Die IATA begründet das in ihrem Leitfaden für Airlines mit der Sorge um billig produzierte Powerbanks ohne verlässliche Prüfung nach dem UN-Standard 38.3. Ausdrücklich erwähnt sie kabellose Powerbanks, die das Handy per Induktion laden: Es gebe Berichte von Passagieren, deren Geräte dieser Art in einen thermischen Durchgehprozess geraten seien.

Der dritte Punkt ist nur eine Empfehlung. Genau an ihm unterscheiden sich die Airlines deshalb am stärksten.

Airline für Airline: wer was verbietet (Stand September 2026)

Die folgende Übersicht beruht auf den Gepäck- und Gefahrgutseiten der Airlines selbst, abgerufen im September 2026.

AirlinePowerbanks pro PersonÜber 100 WhHandy damit ladenPowerbank aufladenGepäckfach oben
Lufthansa2100–160 Wh mit Genehmigungverbotenverbotennein
Eurowings2100–160 Wh mit Genehmigungverbotenverbotennein
Condor2keine gesonderte Angabeverbotenverbotennein
Ryanair2nicht erlaubterlaubt, außer beim Rollen, Start und Landungverbotennein
easyJet2keine gesonderte Angabeverbotenverboten–
Wizz Air1nicht erlaubtverboten in jeder Flugphaseverbotennein
Emirates1nicht erlaubtverbotenverbotennein

Ein paar Details, die in keine Tabellenzelle passen:

Lufthansa formuliert das Verbot knapp: Laden und Verwendung von Powerbanks sind verboten, mit einer Ausnahme für zugelassene medizinische Geräte. Die Powerbank gehört unter den Vordersitz, in die Sitztasche, an den Körper oder ins Handgepäck. Genehmigungspflichtige Geräte mit 100 bis 160 Wh meldest du bei der Buchung über das Service Center an.

Eurowings hat die Grenze von zwei Powerbanks auf der deutschen Seite ab dem 15. Januar 2026 angekündigt, auf der englischen ab dem 1. Januar – die Airline widerspricht sich hier selbst. Das Nutzungsverbot steht nicht in dieser Meldung, gilt nach Darstellung des ADAC aber für Eurowings wie für die übrigen Airlines der Lufthansa Group.

Ryanair ist die einzige große Airline in dieser Liste, die das Laden des Handys aus der Powerbank im Reiseflug noch erlaubt. Dafür zieht sie die Kapazitätsgrenze strenger: Geräte und Akkus über 100 Wh sind weder in der Kabine noch im Koffer erlaubt, auch nicht mit Genehmigung. Und die Powerbank darf nur am Körper oder in der Tasche unter dem Vordersitz stecken.

Wizz Air ist am strengsten: maximal eine Powerbank, Powerbanks über 100 Wh sind verboten, und sie dürfen laut Wizz in keiner Phase des Flugs benutzt werden. Erlaubt ist sie nur unter dem Vordersitz oder in der Sitztasche. Wer ohne Priority fliegt, hat ohnehin nur die Gratistasche unter dem Sitz dabei und merkt davon wenig – mehr dazu im Text zum Wizz Air Handgepäck.

Emirates war früh dran: Seit dem 1. Oktober 2025 ist die Nutzung jeder Powerbank an Bord verboten; erlaubt ist eine einzige unter 100 Wh. Die Airline verweist auf die Steckdosen am Sitz, die es in ihrer gesamten Flotte gibt.

Warum das Gepäckfach plötzlich zählt

Das Verbot, Powerbanks oben im Gepäckfach zu verstauen, wirkt auf den ersten Blick wie Bürokratie, folgt aber derselben Logik wie das Kofferverbot. Ein Akku, der unter dem Vordersitz zu rauchen beginnt, fällt dir selbst oder deinem Sitznachbarn innerhalb von Sekunden auf. Ein Akku in einem geschlossenen Fach über den Köpfen wird erst bemerkt, wenn Rauch aus den Ritzen dringt.

Praktisch bedeutet das: Die Powerbank kommt beim Einsteigen nicht in den Trolley, sondern in die Jacke oder in die Tasche, die unter den Sitz geht. Wer ohne kleine Zweittasche reist, steckt sie in die Sitztasche. Das gilt besonders beim Boarding in der letzten Gruppe. Wird dein Trolley dann am Gate für den Frachtraum eingesammelt, muss die Powerbank vorher heraus. Wer sie im Außenfach vergessen hat, erlebt am Flugzeug dieselbe Szene wie am Check-in-Schalter.

100 bis 160 Wh: die Genehmigung, die bald wegfallen könnte

Für Reisende mit großen Laptop-Powerbanks, Kamera-Equipment oder Akkus für Campingausrüstung gibt es eine Entwicklung, die man kennen sollte. Die ICAO lässt Powerbanks zwischen 100 und 160 Wh mit Genehmigung der Airline weiterhin zu. Die IATA hat in ihrem Leitfaden für Airlines vom März 2026 aber angekündigt, diese Möglichkeit nicht in die 68. Ausgabe ihrer Gefahrgutvorschriften zu übernehmen, die am 1. Januar 2027 in Kraft tritt. Ihre Begründung: die mangelnde Aufsicht über Hersteller und die Tatsache, dass selbst Powerbanks für die Crew auf 100 Wh begrenzt sind.

Was das konkret für jede Airline bedeutet, ist offen, weil die Umsetzung bei den Fluggesellschaften und den nationalen Behörden liegt. Wer heute eine Powerbank mit 130 Wh kauft, sollte aber davon ausgehen, dass sie 2027 bei vielen Airlines nicht mehr mitfliegen darf. Ryanair, Wizz Air und Emirates lassen sie schon jetzt nicht zu.

Wenn die Powerbank an der Kontrolle hängen bleibt

Eine Powerbank ohne Wh-Angabe, eine dritte Powerbank bei einer Airline, die nur zwei erlaubt, oder ein aufgeblähtes Gehäuse – an der Sicherheitskontrolle hast du dann dieselben Optionen wie bei einer zu großen Flüssigkeit. Wie die Kontrolle abläuft und warum größere Akkus manchmal einzeln in die Wanne müssen, steht unter Sicherheitskontrolle am Flughafen.

In Frankfurt gibt es einen Ausweg, der wenig bekannt ist: Laut Fraport kannst du Gegenstände, die dir an der Kontrolle abgenommen werden, in weiße Tüten verpacken lassen und in der Gepäckaufbewahrung einlagern. Ob das im Einzelfall auch für einen Akku gilt, entscheidet das Personal vor Ort. Wo die Aufbewahrung und die Schließfächer liegen, zeigt das Flughafen-ABC mit Gepäckaufbewahrung und Lounges. Wer mit dem Auto gekommen ist, hat die einfachere Lösung: zurück zum Parkhaus, Powerbank ins Handschuhfach, zweiter Anlauf. Ob sich das zeitlich lohnt, hängt davon ab, wie weit dein Stellplatz vom Terminal entfernt ist – die Übersicht zu den Parkhäusern und Preisen am Frankfurter Flughafen zeigt, welche Flächen direkt am Terminal liegen.

Mit leerem Handy landen

Die Nebenwirkung der neuen Regeln merkst du nicht an Bord, sondern nach der Landung. Wer bisher auf einem Langstreckenflug das Handy aus der Powerbank nachgeladen hat, steigt bei Lufthansa oder Wizz Air jetzt womöglich mit fünf Prozent Akku aus. Steht dann keine Steckdose am Sitz zur Verfügung, fehlen im entscheidenden Moment Bahn-App, Mietwagenbestätigung und Fahrdienst.

Drei Gegenmittel helfen. Erstens: Das Handy vor dem Boarding voll laden und im Flugmodus lassen. Zweitens: Die Sitzsteckdose nutzen, wo es eine gibt – das Laden des Handys direkt am Sitz betrifft keine dieser Regeln. Drittens: Die Weiterreise so planen, dass sie auch ohne Akku funktioniert. Ein vorab gebuchter Transfer mit Fahrer am Ausgang braucht kein Handy mehr, sobald er bestätigt ist. Wer lieber am Stand ein Taxi nimmt, sollte vorher wissen, was die Strecke ungefähr kostet – die Taxi-Richtpreise für große deutsche Flughäfen lassen sich vor dem Abflug nachschlagen, nicht erst mit leerem Akku am Taxistand. Wie du in Frankfurt nach der Landung ohne Umweg zu Zug, Taxi oder Hotelshuttle kommst, steht im Text zur Ankunft am Flughafen Frankfurt.

Die einfachste Zusammenfassung für 2026 lautet: eine oder zwei Powerbanks unter 100 Wh, am Körper oder unter dem Vordersitz, und an Bord unbenutzt lassen, bis die Crew etwas anderes sagt. Damit bist du bei jeder der genannten Airlines auf der sicheren Seite, auch bei Ryanair, wo du mehr dürftest. Wer die Powerbank nur deshalb einpackt, um im Flug das Handy zu laden, sollte vor der Buchung einen Blick darauf werfen, ob sein Sitzplatz eine Steckdose hat. Diese Frage entscheidet inzwischen mehr als die Wattstunden-Zahl auf dem Gehäuse.

Alle Angaben entsprechen dem Stand September 2026 nach den Seiten von ICAO, IATA und den genannten Airlines. Powerbank-Regeln ändern sich derzeit schneller als jede andere Gepäckvorschrift. Prüfe vor jedem Flug die Gefahrgutseite deiner Airline, auch wenn du dieselbe Strecke vor drei Monaten schon geflogen bist.

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