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Ankunft & Gepäck

Ankunft am Flughafen BER: eine Ebene, zwei Ausgänge, zwei Terminals

Der BER bündelt die komplette Ankunft auf einer einzigen Ebene. Das klingt einfacher, als es beim ersten Mal ist: Terminal 1 hat zwei Ankunftsausgänge, dein Koffer kann in Terminal 2 landen, und der Bahnsteig liegt nicht ein Stockwerk tiefer, sondern zwei.

Sophie Bauer
Sophie Bauer
17. September 2026
Schwarzweiß-Aufnahme einer hohen Flughafenhalle mit Glasfassade, Sitzreihen und einzelnen Reisenden
Foto: Abinav Kareethara Sunikuttan / Pexels

Der BER ist der einzige deutsche Großflughafen, bei dem die gesamte Ankunft auf einer einzigen Ebene stattfindet: Ebene E0. Dort liegen die Ankunftsgates, die Gepäckrückgabe, die Ankunftshalle, die Bushaltestellen und der ausgeschilderte Übergang zu Terminal 2 — alles auf derselben Höhe. Wer aus München oder Frankfurt kommt, wo man sich über drei bis fünf Ebenen sortieren muss, empfindet das beim ersten Mal als Erleichterung.

Trotzdem gehen hier regelmäßig Leute aneinander vorbei. Nicht wegen der Ebenen, sondern wegen drei Dingen, die der Grundriss nicht verrät: Terminal 1 hat zwei getrennte Ankunftsausgänge, dein Gepäck läuft nicht zwangsläufig in dem Gebäude aus, in dem du gelandet bist, und der Bahnhof liegt zwei Ebenen unter dir, nicht eine.

Welcher Pier, welche Ebene: der Weg vom Gate nach unten

Terminal 1 ist U-förmig gebaut und hat drei Piers, und welchen du erwischst, entscheidet, wie lang dein Weg zur Gepäckausgabe wird.

Der Hauptpier ist mit rund 715 Metern der längste und arbeitet mit doppelstöckigen Fluggastbrücken: Die Schengen-Gates A01 bis A20 und B01 bis B20 liegen auf Ebene E1, die Non-Schengen-Gates C01 bis C19 und D02 bis D17 eine Etage höher auf Ebene E2, wo auch der Foodcourt und die Lounges sitzen. Landest du aus Istanbul, London oder New York, betrittst du das Gebäude also ganz oben und arbeitest dich über Passkontrolle und die ausgeschilderten Transferwege E2–E0 nach unten durch. Aus Palma, Wien oder Zürich beginnt derselbe Weg eine Ebene tiefer und ist entsprechend kürzer.

Der Südpier hat neun einstöckige Fluggastbrücken an den Gates A30 bis A38 — einstöckig heißt: kein getrennter Ankunftskorridor, du läufst denselben Gang zurück, den Abfliegende nach vorn nehmen. Der Nordpier kommt ganz ohne Brücken aus: Die Gates B30 bis B45 sind Vorfeldpositionen, vor allem für die Billigfluggesellschaften.

Eine Vorfeldposition hat dabei einen unterschätzten Vorteil: Der Bus setzt dich unten auf E0 beziehungsweise der Zwischenebene E0Z ab, du sparst dir den Abstieg komplett. Der Preis dafür ist die Wartezeit, bis der Bus voll ist — rechne am Nordpier mit fünf bis zehn Minuten mehr als an einer Brücke, und sag das jemandem, der dich abholt.

Gepäckausgabe: acht Bänder in T1, drei in T2

Die Gepäckrückgabe liegt in Terminal 1 zentral auf Ebene E0, mit insgesamt acht Gepäckbändern. Sie befindet sich noch vor den Ausgängen aus dem Sicherheitsbereich — das ist der Satz, der beim Abholen gleich wichtig wird.

Der Punkt, den kaum jemand auf dem Schirm hat: Terminal 2 hat eine eigene Gepäckrückgabe, ebenfalls auf Ebene E0, mit drei Bändern. T2 besitzt keine eigenen Gates — wer dort eincheckt, geht zum Boarding hinüber in den B-Pier von Terminal 1. Bei der Ankunft läuft es umgekehrt: Du landest an einem Gate in Terminal 1, dein Koffer kann aber in Terminal 2 herauskommen, wenn deine Airline dort abgefertigt wird. Zwischen beiden Gebäuden liegen nach Angaben des Flughafens rund fünf Minuten Fußweg, ausgeschildert über die Ankunftsebene E0.

Verlass dich deshalb nicht auf das Terminal, an dem du gelandet bist, sondern auf die Bandanzeige mit deiner Flugnummer.

Wenn der Koffer fehlt: der Schalter liegt noch drinnen

Die Gepäckermittlung in Terminal 1 liegt nach Angaben des Flughafens im Sicherheitsbereich der Ankunftsbereiche, bei den Ausgaben A1 bis A4 auf Ebene E0. Terminal 2 hat einen eigenen Schalter.

„Noch drinnen“ ist dabei die entscheidende Information. Wenn du durch den Zoll gegangen bist und in der öffentlichen Ankunftshalle stehst, kommst du weder zurück ans Band noch an den Schalter — jedenfalls nicht ohne Umweg über die Flughafeninformation und deutlich mehr Zeit. Melde einen fehlenden oder beschädigten Koffer also, bevor du hinausgehst.

Dein Ansprechpartner ist dabei die Fluggesellschaft, nicht der Flughafen. Bei der Meldung bekommst du eine Referenznummer für Worldtracer, das internationale Gepäckermittlungssystem, über die du den Status verfolgst und eine Nachsendung organisierst. Halte dafür den Gepäckabschnitt bereit, der beim Check-in auf deine Bordkarte geklebt wurde.

Ankunft 1 oder Ankunft 2: warum „am Ausgang“ nicht funktioniert

Jetzt zu dem Teil, der am BER tatsächlich regelmäßig schiefgeht. Auf dem offiziellen Terminalplan sind in Terminal 1 auf Ebene E0 zwei Ankunftsausgänge eingezeichnet, beschildert als Ankunft 1 und Ankunft 2, an weit auseinanderliegenden Enden der U-Form. Terminal 2 hat daneben seinen eigenen Ankunftsbereich.

Damit sind zwei naheliegende Verabredungen unbrauchbar. „Wir treffen uns am Gepäckband“ geht nicht, weil Abholende dort nicht hineindürfen — die Ausgabe liegt vor dem Ausgang aus dem Sicherheitsbereich. Und „ich warte am Ausgang“ ist mehrdeutig, weil es in Terminal 1 zwei davon gibt und in Terminal 2 einen dritten. Dasselbe gilt für „am Taxistand“: Vor Terminal 1 gibt es zwei, Nord und Süd.

Der praktikable Fixpunkt ist die Flughafeninformation auf Ebene E0 im öffentlichen Bereich von Terminal 1: besetzt, ausgeschildert und eindeutig — es gibt genau eine davon im frei zugänglichen Teil dieser Ebene, die zweite sitzt am Marktplatz auf E1 hinter der Kontrolle und kommt für ein Treffen nicht in Frage.

Abgeholt werden mit dem Auto: zehn Minuten sind frei

Direkt vor Terminal 1 stehen rund 300 Parkplätze zum Bringen und Abholen zur Verfügung. Die ersten zehn Minuten sind kostenfrei, allerdings begrenzt auf drei Nutzungen je Kennzeichen innerhalb von acht Stunden. Die Erfassung läuft über Kennzeichenerkennung, es gibt also keine Schranke, an der sich diskutieren ließe.

Zehn Minuten reichen, um jemanden einzuladen, der bereits draußen steht. Sie reichen nicht für einen Flug, der zwanzig Minuten später landet als geplant, und schon gar nicht für Passkontrolle plus Gepäckband. Für alles darüber ist ein Parkhaus die ruhigere Lösung; welche Bereiche am BER wie weit vom Terminal entfernt liegen und was sie kosten, ist in der Übersicht der Parkflächen am BER aufgeschlüsselt. Die Faustregel für Abholende: losfahren, wenn die Person am Band steht, nicht wenn das Flugzeug aufgesetzt hat.

Zwei Ebenen tiefer: der Bahnhof unter Terminal 1

Der Flughafenbahnhof liegt direkt unter Terminal 1 auf Ebene U2, mit sechs Gleisen. Zwischen Ankunftshalle und Bahnsteig liegt allerdings noch Ebene U1, die Airport City rund um den Willy-Brandt-Platz mit Geschäften, Bank, DB-Reisezentrum und Fundbüro. Du fährst also zwei Etagen, nicht eine — beim ersten Mal sucht man auf U1 einen Bahnsteig, den es dort nicht gibt.

Unten halten folgende Linien (Stand 2026):

LinieZielFahrzeitTakt
FEXBerlin Hauptbahnhofca. 23 Min.24/7, von 4 bis 1 Uhr alle 15 Min.
FEXBerlin Südkreuzca. 14 Min.wie oben
RE20Berlin Hbf und weiter Richtung Lübbenauca. 23 Min. bis Hbfstündlich, ca. 4 bis 21 Uhr
S9Innenstadt bis Spandaulänger, viele Haltealle 20 Min.
S85Ostkreuz, Prenzlauer Berg, Frohnau bzw. Pankowlänger, viele Haltealle 20 Min.
RB22 / RB24 / RB32Potsdam, Blankenfelde, Ludwigsfelde u. a.je nach Zielstündlich

Bis Dezember 2026 gilt ein Baustellenfahrplan. Solange die Berliner Stadtbahn für Regional- und Fernzüge gesperrt ist (bis 12. Dezember 2026), fahren FEX und RE20 laut Flughafen zusammen nur viermal pro Stunde; vor allem nachts sind Ausfälle und Umleitungen möglich. Die Tabelle oben zeigt den Regelfahrplan – prüf deine Verbindung vor der Landung in der Bahn-App oder in den Reisehinweisen des BER.

Ein Punkt, den man aus älteren Reiseführern noch falsch im Kopf hat: Die RE7 fährt seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 nicht mehr zum BER — die Verstärkerzüge dieser Linie verkehren ganztägig nur noch zwischen Bad Belzig und Berlin-Wannsee. Wer heute regional weiterfährt, nimmt RE20, RB22, RB24 oder RB32. Die S85 ist umgekehrt neu am Flughafen, seit dem 14. Dezember 2025; zusammen mit der unveränderten S9 ergeben sich sechs S-Bahn-Fahrten pro Stunde.

Das Ticket, an dem die meisten scheitern

Der BER liegt nicht in Berlin, sondern in Schönefeld in Brandenburg — und tariflich im Tarifbereich C. Für eine Fahrt in die Innenstadt brauchst du deshalb ein ABC-Ticket; ein gewohntes AB ist auf dieser Strecke schlicht ungültig.

Seit dem 1. Januar 2026 kostet der Einzelfahrausweis Berlin ABC 5,00 Euro, die 24-Stunden-Karte ABC 12,90 Euro (Stand 2026). Ab zwei Fahrten am Ankunftstag ist die Tageskarte damit die günstigere Rechnung. Das Deutschlandticket gilt auf allen genannten Linien inklusive FEX ohne Aufpreis — der Flughafenexpress ist am BER kein Premiumprodukt mit eigenem Zuschlag, anders als so mancher Airport-Express anderswo. Tickets ziehst du an den Automaten auf U2 oder kaufst sie in der App, bevor du nach unten fährst.

Taxi, Ride-App und Bus

Taxi: Ankommende nutzen die beiden Taxistände Nord und Süd vor Terminal 1 auf Ebene E0. Abreisende steigen dagegen eine Ebene höher auf E1 aus — ein Detail, das schon bei der Ankunft für Verwirrung sorgt, wenn jemand versucht, dich an der Abflugvorfahrt einzusammeln. Terminal 2 hat gar keine eigene Vorfahrt; wer dort herauskommt, läuft den ausgeschilderten Weg zu Terminal 1.

Preislich sind es in die Innenstadt rund 26 Kilometer und etwa 37 Minuten Fahrzeit, der Richtwert liegt bei 60 bis 70 Euro (Stand 2026). Eine Aufstellung nach einzelnen Zielorten mit Kilometern, Fahrzeit und Richtpreis steht in der Zielübersicht für Taxifahrten ab dem BER; wie sich Festpreis-Transfer, Taxi und Fahrdienst in Berlin zueinander verhalten, ist im Preisvergleich für Berliner Flughafentransfers durchgerechnet.

Ride-Apps: Für Bolt, FREENOW und Uber gibt es einen eigenen Bereich, den Ride App Pick up an der Vorfahrtsspur auf der Ankunftsebene E0. Das ist keine Formalie: Am Taxistand kann dein bestellter Wagen nicht halten, und wer dort wartet, sieht die Fahrt in der App im Kreis fahren.

Bus: Die Expressbusse X7 und X71 fahren von den Bushaltestellen A2 beziehungsweise A6–A7 auf der Ankunftsebene E0 — sinnvoll, wenn dein Ziel im Berliner Süden liegt und du dir den Umweg über die Innenstadt sparen willst.

Ein realistischer Zeitplan

Von der Landung bis zum Hauptbahnhof, bei einem Schengen-Flug mit aufgegebenem Gepäck:

  • Aussteigen und Weg nach E0: 5–15 Minuten, je nach Pier
  • Warten am Band: 10–20 Minuten
  • Weg zum Bahnsteig auf U2 inklusive Ticket: 5–10 Minuten
  • FEX zum Hauptbahnhof: 23 Minuten

Macht 45 bis 70 Minuten. Ohne aufgegebenes Gepäck und mit passendem FEX kommst du auf gut 35 Minuten. Bei einer Non-Schengen-Ankunft kommt die Passkontrolle dazu, für die du je nach Andrang zehn bis dreißig Minuten zusätzlich einplanen solltest.

Wie derselbe Weg an einem Flughafen mit einer zentralen Gepäckausgabe zwischen zwei Terminals aussieht, steht unter Ankunft am Flughafen Hamburg. Und wie sich dieselbe Frage in einer ganz anders gebauten Metropole stellt, zeigt die Gegenüberstellung vom Flughafen Frankfurt ins Zentrum — dort konkurrieren S-Bahn, Fernbahn und Taxi auf viel kürzerer Distanz miteinander als in Berlin.

Für die Rückreise, mit der Frage nach Terminal 1 oder 2, Vorabend-Check-in und Kontrolle, gibt es einen eigenen Text: Abflug am Flughafen BER. Wenn du spät landest und der letzte FEX knapp wird, ist eine Nacht am Flughafen die unaufgeregtere Variante: Hotel am Flughafen BER. Den Gesamtüberblick über Terminals, Geschichte und Anreise findest du unter Flughafen BER, die Vorgeschichte des Berliner Flugverkehrs unter Flughafen Tempelhof.

Alle Wege, Ebenen und Bandzahlen entsprechen dem Stand 2026 nach Angaben der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH; Fahrpläne und VBB-Tarife werden jährlich angepasst. Wenn du dir nur zwei Dinge merkst: ABC-Ticket, und ein Treffpunkt mit Namen statt „am Ausgang“. Weitere Ankunftswege an deutschen Flughäfen stehen unter Ankunft & Gepäck.

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